18.10.2008 :: Karatemeisterschaften der Schüler in Kaiserslautern
Karatemeisterschaften der Schüler in Kaiserslautern

Ein ganz besonderer Tag sollte der 18. Oktober 2008 für alle vier Mädels des Karatevereins Binswangen, Lena Bergmann, Erika Ginger, Hannah Kübler und Lorette Miller, ihrem Trainer Andreas Ginger und den mitgereisten Eltern und Familienmitgliedern werden.
Als sich die Gruppe am Samstag Morgen Richtung Kaiserslautern, dem diesjährigen Austragungsort der Deutschen Meisterschaften der Schüler auf den Weg machte, "fuhren" neben einer großen Portion Aufregung und Vorfreude natürlich auch eine Portion Hoffnung und Erwartungen an diesen Wettkampftag mit, die jetzt schon vorab, bei weitem übertroffen werden sollten. Klar war, dass die drei Mädels Lena, Erika und Hannah durch die zwei jeweils ersten  Plätze in den letzten zwei Wettkämpfen, darunter auch dem Titelgewinn der Landesmeisterschaften, die besten Voraussetzungen mitbrachten, bei dem Teamwettbewerb im nationalen Vergleich aller Bundesländer mithalten zu können. Und auch im Einzel, zudem sich Hannah Kübler ebenfalls als eine von drei Starterinnen des Bundeslandes Baden-Württemberg qualifiziert hatte, durchaus Chancen haben sollte, eine gute Platzierung zu erreichen. Klar war aber auch, dass man die Erwartungen an sie als "Newcomer" in dieser Altersklasse nicht zu hoch ansetzten wollte. So durften sich alle auf einen völlig ungewissen, ereignisreichen Tag einstellen.
Mit etwas Verspätung kam man gerade noch rechtzeitig an der Barbarossahalle nahe des  bekannten Stadions auf dem Betzenberg, des FC Kaiserslautern, an.
Gestartet wurde um 9.15 Uhr, diesmal mit den Teamwettbewerben. Bei den Mädchen wurde zeitgleich in zwei Pools gestartet, um für das Finale am Nachmittag jeweils den Finalteilnehmer aus beiden Pools zu ermitteln. Geradezu sensationell gewannen unsere Mädels jeweils mit 3:0 alle ihre drei Vorrundenkämpfe und hatten damit schon ihre Fahrkarte für den Endkampf gegen 17 Uhr gelöst. Sicher hatte man auf alle Fälle jetzt schon den 2. Platz in Händen.
Durch diese grandiose Leistung im Team zusätzlich motiviert, startete dann auch Hannah Kübler im Einzel richtig durch. Aufgrund der höheren Teilnehmerzahl wurde hier in vier Pools gekämpft. Genauso souverän wie im Team, marschierte Hannah jeweils mit einer eindeutigen Schiedsrichterwertung von 3:0 durch alle vier Kämpfe in ihrer Gruppe bis zum Poolsieg. Um auch hier ins Finale einziehen zu können, musste der nächste Kampf gewonnen werden. Leider konnte sie sich hier nicht gegen ihre Gegnerin durchsetzen, was ihr dennoch noch die Chance auf den 3. Platz über die Trostrunde offen hielt. Bei dem letzten entscheidenden Kampf verlor sie dann knapp mit 2:3 gegen die Teilnehmerin aus  Sachsen-Anhalt . Nach bis dahin immerhin schon 9 durchlaufenen Katas war diesmal einfach nicht mehr drin. Die Enttäuschung war natürlich groß, einen Podestplatz verpasst zu haben, aber als die Bestplatzierte Kata-Einzel-Starterin aus dem Bundesland Baden-Württemberg sollte der erreichte 5. Platz aller Ehren wert sein.
Nachdem im Kata-Bereich alle Finalteilnehmer bestimmt waren, starteten dann die Kumite-Spezialisten. Für den TSV Binswangen ging Lorette Miller an den Start. Ihre beiden ersten Runden konnte Lorette klar für sich entscheiden, verlor dann aber in der nächsten Runde ihren Kampf. Auch für sie bot sich noch über die Trostrunde die Chance auf einen 3. Platz. Den ersten Kampf konnte sie zwar gewinnen, verlor dann aber den entscheidenden  5. Kampf gegen ihre Gegnerin, was ihr aber dennoch einen bemerkenswerten 5. Platz im Ländervergleich der Einzelkonkurrenz Schüler Kumite Mädchen einbrachte und sie sich damit einreihte in einer Reihe hervorragender Platzierungen gerade im Kumite-Bereich des Baden- Württembergischen Karateverbandes, sodass dieser im direkten Ländervergleich aller Bundesländer den ersten Platz verbuchen konnte.
Mit Spannung wurden dann die Finalkämpfe erwartet. Die Spannung stieg stetig nach Einmarsch der Finalteilnehmer, dem Abspann der Deutschen Nationalhymne und den Ansprachen der Funktionäre, bis die Finalkämpfe - begleitet durch ein Reportageteam des ZDF - dann endlich beginnen konnten.dm-kaiserslautern08.jpg
Was würden die drei Mädels Lena, Erika und Hannah nach einem langen Wettkampftag noch in der Lage sein zu leisten ? Würden sie dem immensen Leistungsdruck standhalten können ?  Würde der erfolgsverwöhnte Trainer Andreas Ginger erneut mit  einem Mädchenteam zu Meisterehren kommen? Würde man sich mit einer Kata aus der Stilrichtung Goju-Ryu gegen die allgegenwärtige Übermacht des Shotokan durchsetzen können ?
Alles Fragen, auf die man spätestens nach 10 Minuten eine Antwort erhalten sollte. Fragen, die mit der Kata Sesan mit intergrierter Bunkai (Anwendung am Gegner) beantwortet werden sollten. Erwartungsvolle Stille herrschte auf den vollen Zuschauertribünen und bei den um die Tatami  (Wettkampfmatten) sitzenden kompletten Schiedsrichtergespannen, Trainern und Betreuern, als dann beide Mädchen-Kata-Teams zum Start aufgerufen wurden.
Zuerst jedoch war die gegnerische Mannschaft aus Bayern an der Reihe und legte eine solide Leistung vor, doch mit einer sehr schön synchron vorgetragenen Kata und einer ausdrucksvollen, kraftvollen und spritzigen Bunkai war den drei Mädels mit einer eindeutigen 4:1-Wertung der Sieg nicht zu nehmen. Die Freude war riesengroß, auch wenn der ein oder andere Mitgereiste es erst sprachlos gar nicht fassen konnte, was die drei Katatekas da eben für einen Meilenstein erreicht hatten.
Umso mehr gratulieren wir unseren neuen Deutschen Meistern Lena Bergmann, Erika Ginger und Hannah Kübler und ihrem Erfolgstrainer Andreas Ginger zu diesem Sensationserfolg, der aber nicht von ungefähr kommt. Ein Zeichen, dass mit einem Erfolgsgespann von erfahrenem, kompetentem Trainer und motivierten, trainingsfleißigen und ausdrucksstarken Schülern auch in einem eher kleineren Verein wie dem TSV Binswangen alles möglich ist.
Und deshalb: Macht weiter so - wir sind stolz auf Euch !!

Autor: Gudrun Kübler